Strategien testen · Geldpeilung
Geldpeilung
Backtest · DM/Euro · nach deutscher Steuer

Strategien testen

Welche Anlagestrategie hat seit 1970 wirklich funktioniert, in welcher Marktphase, und was blieb nach Abgeltungsteuer, Teilfreistellung, Vorabpauschale und Inflation übrig? Vorweg das wichtigste Ergebnis: Die beste Aufteilung der Vergangenheit war im Zeitraum davor meist eine der schlechtesten. Der Rechner zeigt deshalb nicht nur Sieger, sondern auch, wie zufällig sie sind.

Testaufbau

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Anteile in Prozent. Die Reserve-Regel verkauft den gewählten Reserve-Baustein (Tagesgeld, Anleihen oder Gold) komplett und investiert ihn in Aktien, sobald der Weltaktienmarkt zum Jahresende mindestens den eingestellten Abstand unter seinem Höchststand liegt. Bei einem neuen Höchststand wird zurück auf die Zielaufteilung umgeschichtet.

Ergebnis

Rendite p.a. ist geldgewichtet (interner Zinsfuß): Sie zeigt, was auf dem Konto tatsächlich herauskam, inklusive Zeitpunkt der Einzahlungen, nach allen Steuern und dem Verkauf am Ende. Schwankung und Verlust sind dagegen zeitgewichtet gemessen, also unabhängig davon, wann Geld hinzukam. Schwankung, maximaler Verlust und Jahre unter Wasser messen die Wertentwicklung in Kaufkraft ohne den Effekt von Einzahlungen, jeweils zum Jahresende. Wichtig: Jahresende-Werte sehen die Tiefpunkte innerhalb eines Jahres nicht. Die echten Einbrüche waren tiefer: Für den MSCI World in Euro zeigen Monatswerte seit 1979 einen größten Verlust von rund 56 % (laut Deltaeffekt), die Jahresende-Werte hier nur rund 42 %. Rechnen Sie also mit deutlich größeren Zwischenverlusten, als die Tabelle zeigt. Rendite je Risiko = reale Rendite geteilt durch Schwankung: je höher, desto mehr Rendite pro Einheit Schwankung.

Depotverlauf

Welche Strategie gewann in welcher Phase?

Reale Rendite p.a. nach Steuern, Einmalanlage zu Beginn der Phase, Verkauf am Ende. Grün ist die beste, rot die schwächste Strategie der Phase.

Alle Anlagezeiträume, nicht nur einer

Thesen-Check: Wie oft stimmte die Behauptung?

Typische Börsenweisheiten, geprüft an allen historischen Zeiträumen seit 1970. Geprüft wird die Aussage, nicht die Person, und es gibt keine Empfehlung. Wo es um Kaufen und Verkaufen geht, rechnet der Check mit deutscher Steuer und Ordergebühren, sonst real vor Steuern. Nicht prüfbar mit Indexdaten sind Aussagen über Einzelaktien und Gefühle („Gier frisst Hirn“, „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“, „Kaufe das Gerücht, verkaufe die Tatsache“, „An der Börse wird die Zukunft gehandelt“).

Beste Aufteilung im Rückblick

Die Seite probiert alle Aufteilungen in 5-%-Schritten durch und sucht die beste für die letzten 10 bis 30 Jahre bis Ende 2024. Gerechnet wird eine Einmalanlage mit der oben gewählten Umschichtung und Steuer. Wichtig: Die beste Aufteilung der Vergangenheit ist eine Anpassung an genau diese Vergangenheit. Deshalb zeigt die letzte Spalte, wie dieselbe Aufteilung im gleich langen Zeitraum davor abgeschnitten hätte.

Noch nicht berechnet. Die Rechnung prüft je Zeitraum über tausend Aufteilungen und dauert einige Sekunden.

Entnahme-Test: Reicht das Geld?

Ein Vermögen wird zu Beginn angelegt, ab dem ersten Jahr wird monatlich entnommen. Die Entnahme steigt mit der Inflation, bleibt also real gleich. Getestet wird jedes historische Startjahr. Entscheidend ist die Reihenfolge der Renditen: Ein Crash in den ersten Jahren der Entnahme richtet viel mehr Schaden an als derselbe Crash später. Was das nach Steuer und Krankenkasse für die 4-Prozent-Regel heißt, zeigt der Artikel Die 4-Prozent-Regel nach deutscher Steuer.

Steuer in der Entnahmephase

Im Ruhestand ist das übrige Einkommen oft niedrig. Dann kann die Günstigerprüfung die Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz statt mit 25 % besteuern, vor Rentenbeginn sogar ganz steuerfrei im Grundfreibetrag. Einkommen in heutigem Geld, Tarif 2026.

Krankenversicherung im Ruhestand

Pflichtmitglieder der Krankenversicherung der Rentner zahlen auf Kapitalerträge keine Beiträge, Privatversicherte auch nicht. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen auf Zinsen, Dividenden, Vorabpauschalen und Veräußerungsgewinne den ermäßigten Satz von 14,0 % plus Zusatzbeitrag (Durchschnitt 2026: 2,9 %) plus Pflegeversicherung 3,6 % (kinderlos 4,2 %), zusammen rund 20,5 %. Den Sparer-Pauschbetrag zieht die Kasse nicht ab. Beiträge fallen höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze an (2026: 69.750 € im Jahr) und mindestens auf 15.800 € im Jahr, auch ohne Einkommen. Ob Sie in die Krankenversicherung der Rentner kommen, hängt davon ab, ob Sie in der zweiten Hälfte des Berufslebens zu 90 % gesetzlich versichert waren. Fondserträge setzt der Rechner nach Teilfreistellung an. Das Ergebnis ist eine Schätzung; maßgeblich ist die Beitragsfestsetzung Ihrer Krankenkasse anhand aller beitragspflichtigen Einnahmen.

Was übrig blieb, für jedes Startjahr

Wie viel kann ich monatlich entnehmen?

Die Umkehrung des Tests: Für Vermögen und Dauer von oben sucht die Seite je Strategie die höchste monatliche Entnahme, bei der das Geld in der gewählten Zahl historischer Startjahre gereicht hat. Der Betrag ist netto nach den Steuerangaben oben und steigt jedes Jahr mit der Inflation.

Vermögensverlauf eines Entnahmeplans

Monatliche Entnahme über die gewählte Dauer, beginnend im gewählten Startjahr. Gerechnet in Jahresschritten: Die Entnahmen eines Jahres werden am Jahresanfang abgezogen, das Vermögen wird zum Jahresende gezeigt.

Daten, Quellen und Vereinfachungen

Steuer: Das heutige Steuerrecht wird auf den gesamten Zeitraum angewendet, so als hätte es immer gegolten. Abgeltungsteuer 25 % plus Soli (26,375 %), ohne Kirchensteuer. Aktien-ETF mit 30 % Teilfreistellung, Anleihe-ETF ohne. Vorabpauschale jährlich mit Basiszins (ab 2018 amtlich, davor aus der Anleiherendite angenähert). Gold als Xetra-Gold oder physisch: Gewinne nach einem Jahr steuerfrei, Rebalancing beim Gold daher steuerfrei. Zinsen der Liquiditätsreserve jährlich steuerpflichtig. Verluste werden vorgetragen.

Kosten: Laufende Kosten 0,20 % (Aktien-ETF), 0,15 % (Anleihe-ETF), 0,30 % (Gold). Ordergebühren und Spreads sind nicht enthalten.

Zeitreihen (Jahresrenditen in DM bzw. Euro):

  • Gold: USD-Preis im Dezember aus den Rohstoffpreisen der Weltbank (Commodity Price Data, „Pink Sheet“, Lizenz CC BY 4.0, über datasets/gold-prices), in DM/Euro umgerechnet. Quelle: The World Bank. Frei gewerblich nutzbar.
  • Weltaktien (frei lizenzierte Nachbildung): Aktienkursindizes der OECD für Japan, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Schweiz, Italien, Niederlande, Australien und Schweden (Dezember-Monatsdurchschnitt, Quelle: OECD) und S&P-500-Kurse aus den frei veröffentlichten Daten von Robert Shiller für die USA. Umgerechnet mit Dezember-Wechselkursen der US-Notenbank, gewichtet mit Länderanteilen zwischen veröffentlichten Stützpunkten (USA 70 % im Jahr 1970 und Japan rund 41 % im Jahr 1988 laut MSCI-Bericht für den norwegischen Staatsfonds, Stand November 2011 aus demselben Bericht, 2024 aus dem MSCI-Factsheet), plus dieselbe geschätzte Dividende. Abgleich mit dem veröffentlichten Renditedreieck MSCI World Net Return in DM/Euro: 1970–2024 8,7 % p.a. statt 7,7 %, 2000–2024 6,5 % statt 5,7 %, 2009–2024 13,8 % statt 13,3 %. Bessere Gewichte verringern die Abweichung nicht; sie liegt in den Länderindizes selbst (breite Börsenindizes statt MSCI-Auswahl, Dezember-Durchschnitte statt Jahresendkurse). Die Renditen aktienlastiger Strategien fallen dadurch etwas zu hoch aus. Näherung
  • Dollarkurs zum Jahresende: 1982–1998 DM je USD aus der Devisenkursstatistik der Bundesbank; ab 1999 Euro-Referenzkurs der EZB (Bundesbank-Reihe BBEX3.D.USD.EUR.BB.AC.000, letzter Handelstag des Jahres), geprüft. 1969–1981 eigene Jahresendwerte, abgeglichen mit dem Dezember-Monatsdurchschnitt der US-Notenbank (FRED EXGEUS, ab 1971) und den Jahresdurchschnitten der Bundesbank: höchstens 2,6 % Abweichung Näherung.
  • Deutsche Staatsanleihen: berechnet aus der täglichen Umlaufsrendite börsennotierter Bundeswertpapiere der Bundesbank (Reihe BBSIS.D.I.UMR.RD.EUR.S1311.B.A604…, Monatsendwerte ab 1974). Monatsrendite = Zins + Kursänderung bei 4,6 Jahren Duration. Abgleich mit dem REXP 2007–2022: mittlere Abweichung −0,3 Prozentpunkte p.a., typische Jahresabweichung 0,9 Punkte. 1970–1974 weiterhin geschätzt Näherung. Basiszins für die Vorabpauschale vor 2018 aus der Rendite zum Jahresbeginn angenähert.
  • Liquiditätsreserve / Tagesgeld: Geldmarktzins minus 0,5 Prozentpunkte, nie negativ, vollständig aus amtlichen Monatsdurchschnitten: 1970–1998 Tagesgeld am Frankfurter Bankplatz (Bundesbank, BBIG1.M.D0.EUR.MMKT.GMFFM.ON.AVE.MA / SU0101), 1999–2019 EONIA (EZB, FM.M.U2.EUR.4F.MM.EONIA.HSTA), ab 2020 €STR (Bundesbank, BBMMB.M.EU000A2X2A25.WT). Die Reihen stimmen in den Überschneidungen überein.
  • Bitcoin: USD-Kurs am 1. Januar des Folgejahres (≈ Jahresende) laut officialdata.org, in Euro umgerechnet, ab 2011. Vor 2011 liegt ein Bitcoin-Anteil ersatzweise im Tagesgeld. Die ersten Jahre (2011–2013) waren ein winziger, kaum handelbarer Markt mit Kurssteigerungen um das 17- bzw. 50-Fache; Vergleiche sind ab etwa 2014 aussagekräftiger.
  • Inflation Deutschland: Verbraucherpreisindex von Destatis, jeweils Dezember gegenüber Vorjahresdezember (passend zu den Jahresendwerten der Anlagen). 1970–1991 früheres Bundesgebiet (Statistischer Bericht „Preisindizes für die Lebenshaltung – Lange Reihen 1948–1999“), ab 1992 Deutschland (GENESIS-Tabelle 61111-0002).

Grenzen: Jahreswerte glätten Verläufe innerhalb eines Jahres. Ein Crash, der sich bis Dezember erholt, ist unsichtbar, ebenso ein Einstieg zum Tiefpunkt im Oktober. Für ein marktreifes Produkt müssen alle als Näherung markierten Reihen durch geprüfte Monatsdaten ersetzt werden. Vergangene Ergebnisse sind keine Prognose und keine Anlageempfehlung.

Datenbasis Weltaktien: frei lizenzierte Nachbildung aus OECD-Aktienkursen und Shiller-Daten. Lizenzpflichtige Indexdaten (z. B. MSCI) sind nicht enthalten.