Geldpeilung
Backtest · nach deutscher Steuer · Stand Oktober 2026

Gold im Depot: Was ändern 5 oder 10 Prozent Gold?

Ein kleiner Goldanteil soll das Depot in Krisen stabilisieren. Wie stark hat er Verluste gedämpft, und wie viel Rendite hat er gekostet? Gerechnet so, wie ein deutscher Privatanleger es erlebt: nach Abgeltungsteuer, Vorabpauschale und Inflation.

Kurz gesagt: 10 % Gold hätten seit 1979 den größten Jahresverlust von rund 43 % auf rund 35 % gesenkt und dafür etwa 0,2 Prozentpunkte reale Rendite pro Jahr gekostet. Nach Steuer und Inflation blieben von gut 10 % nominal nur noch rund 7 % real übrig, mit und ohne Gold.

Das Ergebnis: Weltaktien mit und ohne Gold, 1979–2024

Einmalanlage von 100.000 € zu Beginn 1979, jährlich auf die Zielaufteilung zurückgesetzt, laufende Kosten 0,2 % für den Aktien-ETF und 0,3 % für Gold. Gold mit Auslieferungsanspruch, also nach einem Jahr steuerfrei.

Aktien / GoldNominal vor SteuerReal vor SteuerNominal nach SteuerReal nach SteuerGrößter Verlust (Jahresende)
100 / 010,3 %7,9 %9,6 %7,1 %−43,0 %
95 / 510,2 %7,8 %9,4 %7,0 %−38,6 %
90 / 1010,1 %7,7 %9,3 %6,9 %−34,9 %
90 / 10, nie zurückgesetzt10,1 %7,7 %9,4 %6,9 %−42,0 %

Renditen pro Jahr, nach Steuer einschließlich Verkauf am Ende. Bei kleineren Beträgen fällt das Ergebnis nach Steuer etwas besser aus, weil der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € dann einen größeren Teil der Erträge freistellt. Größter Verlust: nominal, nach Steuer, gemessen an Jahresende-Ständen. Innerhalb eines Jahres waren die Einbrüche tiefer: Monatswerte des MSCI World in Euro zeigen seit 1979 einen größten Verlust von rund 56 % (laut Deltaeffekt, siehe unten).

Was man daraus lernen kann

Die 11 Verlustjahre im Einzelnen

In 11 der 46 Jahre von 1979 bis 2024 machten Weltaktien ein Minus, also etwa in jedem vierten Jahr. So entwickelte sich Gold in genau diesen Jahren:

JahrWeltaktienGold
1987−0,4 %+1,3 %
1990−26,4 %−19,0 %
1992−1,3 %−1,5 %
1994−2,7 %−11,2 %
2001−16,1 %+7,5 %
2002−27,0 %+1,1 %
2007−1,2 %+14,0 %
2008−36,5 %+7,5 %
2011−2,9 %+21,8 %
2018−1,6 %+3,6 %
2022−8,3 %+6,7 %

Kalenderjahr, Jahresende zu Jahresende, in Euro beziehungsweise DM, vor Kosten und Steuer. Gold stieg in 8 der 11 Jahre und fiel 1990, 1992 und 1994 mit. Jahresende-Werte verdecken Einbrüche innerhalb des Jahres: 1987 steht hier nur mit −0,4 %, obwohl die Börsen im Oktober 1987 innerhalb weniger Tage um rund ein Fünftel bis ein Drittel fielen.

Die Steuer hängt an der Form, nicht am Namen

Zum Vergleich

Deltaeffekt hat dieselbe Frage mit Monatsdaten von Dezember 1978 bis März 2026 gerechnet, ohne Steuer und ohne Inflation: 10,29 % pro Jahr für reine Weltaktien, 10,23 % mit 10 % Gold, größter Verlust 55,7 % gegenüber 49,7 % (Artikel „Gold im Depot“). Die Richtung ist dieselbe. Die Renditekosten von Gold fallen dort kleiner aus. Ein Grund ist der längere Zeitraum: Gold ist seit 2024 stark gestiegen, unsere Daten enden 2024.

Selbst rechnen

Eigene Aufteilung, eigener Zeitraum, mit Kirchensteuer, Sparplan oder Entnahme:

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